Wenn deutschsprachige Bands einen Auftritt im Ausland spielen, dann hat das meistens einen kulturellen Hintergrund. Die Texte werden nicht verstanden, die Kommunikation fällt schwer und wer weiß, ob die Leute sich überhaupt dafür interessieren.
Ähnliche Fragen gingen uns vor einigen Monaten auch noch durch den Kopf. Auch wenn das Thema eigentlich schon veraltet ist, gibt es jetzt doch mal noch einen Blog – eine Art Tagebuch – für die, die dabei waren oder gerne dabei gewesen wären.
Pourqoui Romeo et la France?
Die Geschichte, warum wir die Ehre hatten auf solch einer kulturellen Fahrt dabei zu sein, ist schnell erzählt. Ein Teil von uns kommt aus Trebur, dessen Verschwisterungskomitee der Gemeinde alle 2 Jahre einen Ausflug in die französische Partner Stadt, Verneuil-Sur-Avre, macht.
Mit dabei waren einige Jugendliche der Musikschule Trebur, welche mit dem französischen Orchester ein Lied eingeübt hatten. Außerdem auch diverse andere amüsante und liebenswerte Personen, die einfach mal die Gegend kennenlernen wollten, schon öfters dabei waren oder das Ganze sogar mit organisierten.
Romeo va en France
Ein verlängertes Wochenende sagten wir also Tschüß zur bekannten Heimat und reisten los. Busreisen können lustig, aber mit der Zeit auch ein wenig nervig sein. Ersteres war größtenteils der Fall, da wir eine Gruppe sehr netter Mädels dabei hatten, die uns nahezu die gesamte Hinfahrt auf Trab hielten.
In Frankreich angekommen sammelten wir unser Sack und Pack zusammen und wurden freundlichst von unserem „Fremdenführer“ Alban empfangen. Die Fahrt ging zu erst zum Jugendzentrum – !und was für eins! – wo wir unser mitgebrachtes Equipment unterbringen und die Band, die das Konzert mit uns bestreiten sollte, kennenlernten. Why Not, samt Techniker und Freunden. Eine lustige Truppe, die zunächst, aufgrund der Sprachbarriere, genauso Wortkarg waren wie wir.
Une Bar – Le Corto
Da Philipp am nächsten Tag Geburtstag hatte, fragten wir in die Runde, ob es möglich wäre noch irgendwo kurz etwas einzukaufen, was sich nicht so leicht gestaltete, da Feiertag war.
Natürlich kam es alles ganz anders. Scheinbar war unser Englisch doch schon sehr eingerostet oder wir unterlagen einfach der französischen Gastfreundschaft. Jedenfalls fuhren wir, nach Beziehen unseres idyllischen französischen Landhauses, mit Alban und den Why Not-Jungs, quer durch die Landen und kamen vor einer Bar wieder zum stehen. International feiern war angesagt und so trank man das ein oder andere Bier, spielte Billard & Tischkicker und lernte sich eben auf die Art und Weise kennen, wie man sich am besten und schnellsten kennen lernen kann. Zu späterer Stunde wurde uns dann auch noch eine örtliche Spezialität vorgesetzt und wir rätseln heute noch über das grünliche Getränk und dessen Zusammensetzung.
Oh douce France
Der nächste Morgen begann ein wenig schläfrig und mit französischer Mentalität verspäteten wir uns wo es nur ging. Wir trafen auf unsre liebe Dolmetscherin Daniela und fuhren zurück in das knapp 15 km entfernte Verneuil. Wieder im Jugendzentrum, MJC Le Silo, angekommen ging es an den Soundcheck. Eine riesen Bühne, ein cooler Backstage Bereich, gut platzierte Lichter, ein Tonstudio und sogar eine Kletterwand, erwarteten uns dort. Hier muss richtig Geld geflossen sein und wo es nicht mehr gereicht hat, hat man scheinbar zumindest das Beste draus gemacht. Wirklich beeindruckend! Im weiteren Verlauf der Fahrt erfuhren wir, dass in Frankreich viel Geld in kulturelle Förderung gesteckt wird und es dort wohl wesentlich leichter ist, mit künstlerischen Aktivitäten voran zu kommen.
Der Abend kam und wir trafen unseren mitgereisten „Fanclub“ wieder ![]()
Grillen, Schwätzen, Auftreten, Zuhören, noch mehr schwätzen und wieder heim fahren. Der Abend war lustig, aber doch waren wir sehr ausgelaugt von der Fahrt und natürlich dem Vorabend. Und so mussten wir, als wir in Albans kultiges Wohnzimmer auf eine gemütliche Runde eingeladen wurden, frühzeitig die Zelte abbrechen. Dies aber natürlich nicht ohne noch ein paar lustige und teils nicht ganz jugendfreie Sätze auszutauschen – die Jungs schienen Spaß an der deutschen Sprache zu finden.
Vin Rosé est trés bien
Der Samstag bot Platz zum Ausschlafen. Des Weiteren stand am frühen Abend das offizielle Rahmenprogramm an. Reden wurden gehalten und die Musikschüler gaben einige Hits zum Besten. Mal wieder wurde ordentlich gegessen, dazu Wein. Die Romeos entwickelten sich zu wahren Rosé-Genießern. Der weitere Abend wurde gestaltet durch ein Konzert, vermutlich von der örtlichen Musikschul-Band. Französische Lieder, aber auch internationale Kassenschlager wurden hier zum Besten gegeben. Im Rausch der Musik organisierten wir unsere, in der Nähe gelagerten, Instrumente und entschieden uns für eine spontane Akustikshow. Dank dem freundlichen Herren, der die Band leitete, konnten wir sogar auf deren Verstärker zurückgreifen. Ein lustiger Abend entwickelte sich und mal wieder zeigten sich die Franzosen als freundliche, amüsante Persönlichkeiten und tolle Gastgeber.
Merci Beaucoup
Der Sonntag war Tag des Abschieds. Zunächst von unseren neuen französischen Freunden und nach der stundenlangen Fahrt, auch von unseren neu gewonnenen deutschen Freunden.
Wir hatten viel Spaß und freuen uns vielleicht übernächstes Jahr wieder mit dabei zu sein.
Dankende Worte an alle die diese Fahrt organisiert, begleitet und unterstützt haben.
Es war echt eine sehr schöne und spaßige Erfahrung, mit interessanten Menschen.
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Hier geht’s zu unserem Videozusammenschnitt und hier ein paar Fotos.
Zum Abschluss wie Jochen sagen würde: Baguette, Croissant, mon amour. Merci et au revoir…






